Goldene Regeln für die ERP-Integration von Webshops

19. Januar 2016

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Kategorie:

Pressemitteilung |

Tags:

    E-Commerce

In den Anfängen des Online-Handels vor vielen Jahren war es für die Shops oft ausreichend, sich auf die Präsentation ihrer Produkte zu konzentrieren. Doch inzwischen boomt E-Commerce und es steht längst nicht mehr nur das Frontend im Fokus, sondern der intensive Wettbewerb im Internet hat neue Herausforderungen erzeugt. Es geht heute um Omnichannel-Marketing, hohe und kundengerechte Informationsqualität, schnelle Reaktionszeiten, Analysen zum individuellen Kaufverhalten und mehr.

Sie und mehr sind Themen der technischen Infrastruktur um die Webshops herum, weshalb E-Commerce als Teil eines Gesamtkonzepts zu betrachten ist, das die Präsentation mit den kaufmännischen Prozessen verbindet. Dies verlangt eine enge Verzahnung von Frontend und Backend, damit ein hochperformanter und bidirektionaler Datenaustausch möglichst in Echtzeit erfolgen kann und Datenlücken vermieden werden, die eine Unterbrechung erzeugen. Denn die Qualität eines Webshops im Frontend ist immer nur so hoch wie die Qualität und der Integrationsgrad der Backend-Systeme. Sie umfassen etwa die prozessuale Integration des Warenwirtschaftssystems, die Anbindung der häufig sehr komplexen Lieferantenverhältnisse und des Systems für das Produktinformationsmanagement (PIM). Aber auch Logistik, CRM und Marketing-Tools gehören dazu.

Für die notwendige Integration zu einem homogenen E-Commerce-Gesamtsystem hat Gerlinde Wiest-Gümbel, Geschäftsführende Gesellschafterin beim Beratungshaus POET, fünf erfolgsrelevante Kriterien für die Projektkonzeption zusammen gestellt:

1. Fachbereichsübergreifend projektieren:

Integration im E-Commerce bedeutet, über die Shop-Ebene hinaus auch die Warenwirtschaft, Bestellabwicklung, Produkt- und Kundenverwaltung sowie die Lieferantenanbindung einzubeziehen, damit die gesamte Business-Logik berücksichtigt werden kann. Deshalb ist ein Integrationsprojekt immer dann zum Scheitern verurteilt, wenn es keinen interdisziplinären Ansatz verfolgt. Das bedeutet: Es müssen aus allen betroffenen Fachbereichen die jeweiligen Kompetenzen in das Integrationskonzept und die Projektrealisierung einfließen.

2. Vom Zielprozess abgeleitet konzipieren:
Wenn im Shop Bestellungen vorgenommen werden, lösen sie vielfältige logistische Prozesse aus. Sie können beispielsweise bei der Adress- und Bonitätsprüfung beginnen, es sind Verfügbarkeitsprüfungen vorzunehmen und dem Kaufinteressenten mitzuteilen, seine gewünschte Zahlungsart muss berücksichtigt werden, anschließend entstehen buchhalterische Vorgänge einschließlich einer Berücksichtigung von Gutscheinen oder Rabatten und ist der Versand unter Einbeziehung der Lieferanten zu initiieren. Möglicherweise erzeugt der Kaufvorgang sogar noch weitere Abläufe, aber bereits in dieser Beschreibung entsteht ein relativ komplexes Prozessszenario. Dies verlangt einen lückenlosen Datenfluss über alle beteiligten Systeme hinweg, weshalb nicht deren Funktionsprofile sondern grundsätzlich die Prozessanforderungen im Mittelpunkt der Integrationskonzepte stehen müssen. In der konzeptionellen Konkretisierung muss die Struktur der Abläufe konsequent vom Zielprozess abgeleitet werden, insofern muss er zunächst designt werden.

3. Etablierte betriebswirtschaftliche Prozesse nicht infrage stellen:
Die meisten Webshops ergänzen das klassische Vertriebsgeschäft von Unternehmen, demzufolge bestehen bereits bewährte Prozessstrukturen mit Unterstützung entsprechender betriebswirtschaftlicher Systeme. Sie sollten im Rahmen einer ERP-Integration von E-Commerce mit Blick auf das End-to-End-Geschäft überprüft werden.

4. Internationalisierung einplanen:
Eine Beschränkung auf lokale Märkte begrenzt gerade im E-Commerce meist die Vertriebspotenziale, deshalb gehört eine internationale Präsenz fast zur Pflichtaufgabe. Damit entstehen jedoch eine Vielzahl an Prozessvarianten, die aus den unterschiedlichen Sprachen und Währungen resultieren, sich über steuerliche, buchhalterische und handelsrechtliche Vorschriften erstrecken und bis zu Zollbestimmungen reichen können. Jeweils sind Backend-Systeme darin involviert, weshalb zu empfehlen ist, den Internationalisierungsaspekt frühzeitig im Implementierungsprojekt zu berücksichtigen.

5. Vorfahrt für Einfachheit in der Projektrealisierung:
E-Commerce ist ein schnelllebiges Geschäft und verlangt zudem eine große Kostendisziplin, allein deshalb sollte die Komplexität der Integrationsprojekte begrenzt werden. Dies lässt sich durch verschiedene Maßnahmen wie beispielsweise durch Nutzung von fertigen Schnittstellen und Best Practices sowie schlanke Vorgehensweisen erreichen. Ebenso können wie im Falle einer SAP-Integration spezielle Tools eingesetzt werden, die den Projektaufwand um deutlich über 30 Prozent reduzieren helfen.


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